Posts Tagged: Datenschutz


27
Okt 07

Vorratsdatenspeicherung, und dann? [Update]

In 12 Tagen wird im Bundestag über die Vorratsdatenspeicherung entschieden. Sollte hier kein Wunder geschehen, geht es in genau 66 Tagen dann los.

Was mit den Daten dann alles passiert ist immer noch nicht ganz klar, wer sie bekommen darf steht aber bereits fest:

Bundesregierung will deutsche Kommunikationsprofile an 52 ausländische Staaten weiter geben

Unter dem Schlagwort „Cybercrime-Konvention“ will die Bundesregierung sensible Daten über unsere Kommunikation, Handystandorte und Internetnutzung an ausländische Staaten wie Azerbaijan, Russland und die USA weiter geben. Bürgerrechtler schlagen Alarm und fordern einen „Stopp der geplanten Datenhalden mit weltweitem Lagerverkauf“.

Ein solches Übereinkommen würde nicht nur die Behauptung umwerfen, die Daten würden nur für 6 Monate gespeichert, es ist zudem völlig unkontrollierbar wohin die Daten verbracht und wie sie genutzt werden.

Da der Austausch der Daten auf Basis die sog. Cyber-Crime Convention erfolgen, gelten die relativ strengen (angedachten) deutschen Regeln der Datennutzung für die anderen Staaten nicht. Die Cyber-Crime Convention dient nämlich auch der Verfolgung vergleichsweise harmloser Straftaten, wie z.B. die Freigabe von Musikdateien auf dem eigenen Rechner. Auch Industriespionage auf Basis dieser Daten ist möglich.

direktgruseln


26
Okt 07

Der CCC und der Wahlstift

Am 24. Februar 2008 soll in Hamburg mit dem neuen “Digitalen Wahlstift” gewählt werden. Durch eine grundlegende Änderung des Wahlrechts wird unter anderem ein Computer-Wahlverfahren eingeführt, das nur oberflächlich wie die vertraute Wahl mit Zettel und Stift aussieht. Der Chaos Computer Club (CCC) weist nun mit der Demonstration eines Wahlstift-Trojaners auf die erheblichen Manipulationsrisiken dieses Verfahrens hin.

direktccc


26
Okt 07

Fluggastdaten

Bei der 1. Lesung des Regierungsentwurfs zur Umsetzung des Abkommens zum Transfer von Passenger Name Records (PNR) aus der EU in die USA kritisierten FDP, Linke und Grüne scharf einen mangelhaften Datenschutz in dem Vertrag.

direktheise


25
Okt 07

Vorratsdatenspeicherung im kleinen

Die Welt ist eine Scheibe?

Meint da einer, und außerdem meint der noch weiter Sachen zu IP-Adressen und deren Speicherung.

Wo macht der das? In seinem Blog: Logfiles, ade. Der Artikel ist ein Nachtrag zu einigen Kommentaren auf einen älteren Artikel. Einige dieser Kommentare sind dabei von mir, die Mehrzahl sogar. Das schreibe ich da meine Meinung die nun kommen wird somit natürlich bereits eingefärbt sein dürfte.

Egal, um was geht es eigentlich hier?

Ich speichere keine IP-Adressen auf diesem Server. Warum? Weil ich es kann, weil es Spaß macht und ich es will. Warum sollte ich auch hunderte von IP-Adressen meiner Besucher ermitteln, speichern und über Jahre archivieren? Statistiken kann ich auch ohne diese Daten erheben. Ohne Abstriche. Kommentare machen doch viel mehr Spaß, wenn kein Abmahnanwalt dich ermitteln kann. Oder willst du hinter jedes Wort und Farbe einen Disclaimer stellen, weil es eine Marke von irgendwem sein könnte?

Wir regen uns, im übrigen zu Recht, über unseren eigenen Staat auf, weil er unsere IP-Adressen speichern will. Über Monate wenn nicht gar Jahre. Warum? Wir tun es im kleinen jeden Tag selbst auf unseren Servern oder schlimmer Servern die wir irgendwo gemietet haben. Logfiles die über Jahre genaue Auskünfte über Surfverhalten eines oder mehrerer Benutzer erlauben. Wozu? Kann mir keiner sagen. Sicherheit? Wenn ich einen Angriff auf meinen Server erleide bemerke ich das, es sei denn ich habe nicht aufgepasst und die Seite nimmt keinen Schaden den man bemerken könnte. Etwas mehr Traffic schadet ja eigentlich niemandem wirklich.

Dienste die heikel sind wie Mailserver oder SSH loggen weiterhin fleißig alles was passiert. Bekomme ich sogar täglich per E-Mail. Mit IP-Adressen und allen Möglichkeiten die sich hieraus ergeben. Aber niemand der nicht auch befugt ist sollte und wird diese Systeme in der Regel benutzen. Alles andere ist Abuse, der meist bewusst erfolgt und daher potenziell eine Straftat bedeutet. Gut wenn nur jemand die falsche IP eingegeben hat.

Was ich sagen will. Es stehen heutzutage in allen Bereichen unglaubliche Mittel zur Verfügung heikelste Daten über jedermann zu erheben. Lasst es uns einfach nicht tun.


11
Okt 07

Think for yourself..

.. question authority!

Und denkt dran, wenn Ihr in absehbarer Zeit einen Reisepass benötigt, holt ihn euch jetzt. Es sei denn, Ihr wollt Eure Fingerabdrücke hinterlegen.

Und ja, es war ein wenig sehr Ruhig. Ich hatte echt viel im Büro zu tun, ich denke aber es wird kurzfristig besser.


30
Sep 07

Wenn, dann, vielleicht..

Herr Schäuble mag es mal wieder konkret:

Zugleich betonte Schäuble, dass die Ausforschung “informationstechnischer Systeme” nur “in ganz wenigen Fällen” unter “strengen Voraussetzungen” in Frage kommen solle. “Wenn Leute in terroristischen Ausbildungslagern waren, wenn sie sich die Materialien für Sprengstoff, für Bomben besorgen, wenn sie Kontakte haben mit dem ganzen Netzwerk des Terrorismus, wenn sie darüber reden, dass sie einen Anschlag machen wollen, dann kann es doch sein, dass man den Antrag bei einem Richter stellt”, spielte der Minister auf die jüngsten Verhaftungen mutmaßlicher Anschlagsplaner an. Von den Inhaftierten ist aber bekannt, dass sie sich hauptsächlich über Call-Shops und offene WLAN-Netze ins Internet begaben und den heimischen PC mieden. Generell wird die Lizenz für Netzbeschnüffelungen laut Schäuble bei der von ihm erhofften baldigen Verabschiedung durch den Bundestag “ganz klare rechtsstaatliche Begrenzungen haben”.

Wenn die Leute …, wenn Sie das …, wenn Sie dieses …, wenn Sie nochwas …, dann kann es sein …, dass wir irgendwas tun sollten.

Und auch das nächste Ziel ist anvisiert, wenn man den Leuten schon so viel Angst gemacht hat, dass sie den heimischen Rechner gar nicht mehr verwenden und in Callshops ausweichen, dann müssen diese natürlich auch genauer überwacht werden. Und für die offenen WLANs fällt dem Panikminister sicher auch noch was ein.

Naja, egal, eigentlich wollte Schäuble ja auch nur klarstellen, dass er niemandem Angst macht: direktheisekeineangst


28
Sep 07

Du bist Big-Brother

Eine auf den ersten Blick amüsante Schlagzeile:

Niederlande vergeben BigBrotherAward an den niederländischen Bürger

Die dahinterstehende Idee ist aber alles andere als amüsant sondern sehr geschickt, wie ich finde:

Mit ihrer “Ich habe nichts zu verbergen” – Einstellung tragen die Bürger maßgeblichen Anteil an der Abschaffung der Privatsphäre.

via: gulli.com

Eine weitere schöne Schlagzeile aus den Niederlanden betrifft Wahlcomputer: Adios NeDap, keine Wahlcomputer in den Niederlanden


28
Sep 07

Verfassungsbeschwerde gegen Online-Durchsuchungen

Bereits seit Anfang des Jahres läuft die "Verfassungsbeschwerde gegen Online-Durchsuchungen", dennoch auch hier noch einmal der Hinweis auf diese hoffentlich erfolgreiche Aktion:

Gegen das veränderte Verfassungsschutzgesetz, das im Dezember vom Landtag Nordrhein-Westfalens beschlossen wurde, ist einen Tag nach seiner Verabschiedung bereits eine Verfassungsbeschwerde [extern] angekündigt und am Freitag, dem 9. Februar 2007, durch den beauftragten Rechtsanwalt Dr. Fredrik Roggan [extern] eingelegt worden (siehe dazu auch das Gespräch mit Fredrik Roggan: [local] Juristisches Neuland). Das Gesetz räumt den Verfassungsschützern weitreichende Überwachungsmöglichkeiten ein, u.a. eine verdeckte Online-Untersuchung von privaten Computern, und gilt als Testversuch für eine bundesweite Gesetzesregelung, wie sie von Politikern und Sicherheitsbehörden gefordert wird.

via: telepolis.de


27
Sep 07

Oh, chaos.. [Update]

Ich habe ja gestern echt was vergessen, nämlich eine Sendung des chaosradio anzukündigen. Nicht ganz so schlimm, über den Link am Ende des Artikels hier kann man in ein paar Tagen den Mitschnitt der Sendung beziehen.

Leben mit der Vollüberwachung

Aus dem Alltag eines Terrorverdächtigen

Sendung vom: 26.09.2007, 22:00 Uhr

Team: Frank Rieger, Constanze Kurz, Sönke Hilbrans, Volker Eick, Martin, Jakob Kranz

In einer gigantischen Operation hat das Bundeskriminalamt einen Berliner Soziologen und sein gesamtes Umfeld über mehr als ein Jahr hinweg komplett überwacht. Der Verdachtsgrund: Ein paar Stichworte aus seinen Arbeiten, die mit denen aus Bekennerschreiben einer Gruppe von Brandstiftern übereinstimmen sollen. Die von der Überwachung Betroffenen – insgesamt mehr als 30 Menschen – haben jetzt teilweisen Einblick in ihre Akten bekommen.

Vor dem Hintergrund der Diskussion über das neue BKA-Gesetz und Computer-Wanzen berichtet nun erstmalig einer der von der Überwachung Betroffenen über das, was er in seinen Akten fand. Das für viele so abstrakte Thema “Vollüberwachung” gewinnt plötzlich eine sehr konkrete Dimension. Telefonabhören, Kameras vor der Tür, GPS-Wanzen, Handy-Bewegungsprofile, Ausforschung von Freundin, Bekannten und Nachbarn – all das ist real und keine paranoide Phantasterei.

Chaosradio 128 gibt Gelegenheit die Befugnisse der Strafverfolgungsbehörden am konkreten Beispiel mit fachkundigen Experten und einem Betroffenen zu diskutieren und aus erster Hand zu erfahren, welche Auswirkungen diese Maßnahmen schon jetzt im Alltag haben.

Zu Gast sind der Rechtsanwalt Sönke Hilbrans, der Politologe Volker Eick und als Betroffener Martin.

via: chaosradio.ccc.de

Update am 30.09. um 9:21: Der Artikel hat zwar noch immer keinen Link, aber der Mitschnitt ist da: Chaosradio 128 (ogg/vorbis)


27
Sep 07

Aktiv werden

Das können Sie gegen die Vorratsdatenspeicherung unternehmen:

via: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/


27
Sep 07

Patriot Act teilweise verfassungswidrig

Telepolis hat heute eine erfreuliche Nachricht:

Mit dem Urteil könnten die nach dem 11.9. von der US-Regierung durchgesetzten heimlichen Überwachungs- und Durchsuchungsmaßnahmen eingedämmt und ein wichtiger Teil des Rechtsstaates wieder zurückerobert werden

telepolis.de


27
Sep 07

Lehrstück

Habt Ihr schon einmal vom Luftsicherheitsgesetz gehört?

Das Luftsicherheitsgesetz ist ein deutsches Bundesgesetz, das Flugzeugentführungen, terroristische Anschläge auf sowie Sabotageakte gegen den Luftverkehr verhindern und dadurch die Luftsicherheit erhöhen soll.

Mehr (Wikipedia)

Das Gesetz ist ein Lehrstück zum Thema “Wie errichte ich einen Überwachungsstaat”. Zum Glück aber haben wir noch so etwas wie ein Bundesverfassungsgericht: Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz

Wer nicht lesen möchte kann gerne hören, beim CCC (Chaosradio Express).


26
Sep 07

Nichts zu verbergen

Ok, kommen wir zu etwas praktischem. Immer wieder wird in Diskussionen das Todschlagargument gezogen: "Ich habe doch nix zu verbergen!"

Antwort: Das kannst du nicht wissen!

Warum?
Einfach, kennen Sie Ihren Nachbarn so gut wie sich selbst? Die Freunde der Eltern der Freunde Ihrer Kinder? Wissen Sie, ob Sie in ein Raster fallen oder nicht? Nein? Sie haben nichts zu verbergen? Vielleicht doch?

Der Verkäufer von den tollen Katzenbüchern auf eBay hat nebenbei Waffen nach Iran geschmuggelt? Gut, das mag ein wenig übertrieben sein. Aber die Sache mit dem Raster stimmt. Und wer sagt, dass heutige Raster morgen noch dieselben sind?

Ich denke mit dieser Argumentationsidee kann man durchaus den ein oder anderen zum Nachdenken bewegen.


26
Sep 07

Post

Kaum Online und schon der erste Leserbrief. Gut, der war schon fertig und lag beim Doktor so rum. Wurde auch schonmal in ein paar Lokalzeitungen veröffentlicht.

Hier also nun der Brief von Dr. Bunsen

Date: Monday, February 20, 2006, 6:16:16 PM
Subject: Leserbrief: Datenschutz ade – Bundestag beschließt Verbindungs-Datenspeicherungs-Richtlinie

===8< ==============Original message text===============
Wie bekämpft man den "Internationalen Terrorismus"?
Indem man seine Grundrechte aufgibt und verdachtsunabhängig die
Telekommunikation überwacht.

Was der Deutsche Bundestag 2004 noch als verfassungswidrig ansah, wird 2006
abgesegnet. Eine vom EU-Parlament, trotz zahlreicher Proteste von
Datenschützern, abgesegnete Richtlinie, die das Aufzeichnen von
Telekommunikations-Nutzung "mit Augenmaß" fordert muss nun nach der Abstimmung im Bundestag
von der Bundesregierung umgesetzt werden.

Es ist beschlossene Sache: Die Deutschen dürfen nach Belieben vom
Staat überwacht werden. Einzig ein CDU Abgeordneter
der grossen Koalition stimmte am Donnerstag dagegen.
Zu interessieren scheint es Niemanden, Rundfunk- und Printmedien
halten sich bisher bedeckt.
Iran und Vogelgrippe produzieren genug Ablenkung, so war auch den AN diese Neuigkeit
lediglich der Abdruck einer knappen DPA-Meldung wert.

Der Umfang dieser Überwachungs-Maßnahmen ist gewaltig, denn hier läßt sich über Monate
hinweg von jedem Bürger minutiös nachvollziehen, wer mit wem
telefoniert oder gemailt hat sowie auf welchen Internetseiten er zu
Besuch war.
Hauptargument für diese Maßnahmen sind die Bekämpfung des Terrors und
der Internetkriminalität, doch es gibt bereits Stimmen im Bundestag,
die diese Daten auch bei Bagatelldelikten verfügbar machen möchten.

In einem Land, in dem man gerade noch die Olympia-Teilnahme eines
Eiskunstlauf-Trainers wegen seiner Stasi-Vergangenheit verhindern wollte, wird von den
gewählten Volksvertretern also nun die lückenlose, pauschale Telekommunikations-Überwachung erlaubt.
Eine finanzielle Aufwandsentschädigung für die Provider, die dafür verantwortlich
sind den Datenberg zu horten, ist selbstverständlich nicht vorgesehen.
Somit dürfte der Bürger zusätzlich durch erhöhte Preise für seine eigene Überwachung zahlen.

Herr Innenminister Schäuble, der ja seinerzeit wegen Schwarzgeldskandalen als
Parteivorsitzender zurücktreten musste, wird sich freuen, dass "richtige"
Straftaten nun lückenlos aufgeklärt werden können.
Einem noch nicht veröffentlichten Berichtes des BKA zufolge, auf den
sich Befürworter der Überwachungsmaßnahmen berufen, hat es 361 Fälle gegeben, bei
denen eine Verbindungsdatenspeicherung der Strafverfolgung geholfen hätte.
0,5% dieser Straftaten standen dabei in Verbindung mit dem internationalen Terrorismus.
Jeder muss sich nun fragen, ob 0,5% von 361 Straftaten die pauschale Überwachung von 80
Millionen Menschen rechtfertigen.


26
Sep 07

Hello world!

Ja, ein Hallo an die Welt. Oder einen kleinen Teil davon.

Einige mögen mich schon aus meinem alten Blog kennen, welches aber komplett unwichtig, uninteressant, ungelesen und nicht mehr existent ist. Was an einem der vorstehenden Gründ liegen mag, oder auch mehreren. Aber ich schweife ab.

Dieses Blog hat im Gegensatz zu meinem bisherigen ein Thema. Ein Thema natürlich welches mich bereits seit einigen Jahren sowohl privat als neuerdings auch beruflich interessiert. Beruflich in der Funktion eines geschäftsführenden Datenschutzbeauftragten. Datenschutz ist somit in meiner Firma zur Chefsache geworden. Als Chef hat man natürlich auch eine gewisse Vorbildfunktion, was mich auch im privaten Bereich noch mehr den Fokus auf dieses Thema legen lässt. Dieses Blog ist rein privat und somit Ausdruck dieser neuerlichen Fokussierung.

Dieses Blog soll sich hauptsächlich um folgende Themen drehen, die allesamt genug Gesprächsstoff für ein jeweils eigenes Blog hätten:

Vieles steht auch hier: https://www.ccc.de/lobbying/papers/terrorlaws/20070711-BKATERROR.pdf


Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: